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API-Schnittstelle im Onlineshop: Was sie leistet und wovon die Kosten abhängen

Shop und ERP verbinden: Was eine API-Schnittstelle leistet, welche Daten wichtig sind und wovon Aufwand und Kosten einer zuverlässigen Anbindung abhängen.

Schnittstellen & ERP Veröffentlicht: Aktualisiert:
Shop und ERP mit Schnittstellen verbinden: Eine Fachkraft prüft Datenzuordnung und Bestellabgleich. KI-generierte Beitragsgrafik.

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Eine API-Schnittstelle ermöglicht den geregelten Datenaustausch zwischen Anwendungen. Im Onlinehandel kann darüber beispielsweise eine Bestellung vom Shop an das ERP übergeben oder ein verfügbarer Bestand zurück an den Shop gemeldet werden. Damit daraus ein zuverlässiger Ablauf entsteht, braucht es zusätzlich klare Datenzuordnungen, Regeln für Änderungen und eine Behandlung von Fehlern. Eine vorhandene API allein ist noch keine fertige Shop-Anbindung.

„Die Systeme haben doch beide eine Schnittstelle.“ Diesen Gedanken können wir gut nachvollziehen. Die entscheidende Frage ist jedoch, ob beide Seiten die benötigten Informationen in der passenden Form verstehen. Eine Artikelnummer muss eindeutig sein, ein Kundenpreis dem richtigen Kunden zugeordnet werden und ein erneut übertragener Auftrag darf nicht versehentlich ein zweites Mal angelegt werden.

Was ist der Unterschied zwischen API, Connector und Schnittstelle?

Schnittstelle ist der Oberbegriff für einen definierten Übergang zwischen Systemen. Eine API legt fest, wie Software bestimmte Daten oder Funktionen einer anderen Software nutzen kann. Ein Connector ist eine konkrete Verbindungslösung, die solche Zugänge nutzt und Daten zwischen bestimmten Anwendungen überträgt. Begriffliche Grundlage: IBM.

Für Händler ist die praktische Unterscheidung wichtig: „API verfügbar“ bedeutet nicht automatisch „ERP vollständig angebunden“. Erst die Umsetzung entscheidet, welche Daten übertragen werden, in welche Richtung und mit welchen Regeln.

Welche Daten sollten Shop und ERP austauschen?

Die folgende Tabelle ist ein Planungsbeispiel. Die führende Anwendung muss für jedes Projekt festgelegt werden; sie ist nicht bei jedem Händler gleich.

DatenHäufige RichtungVorher festlegen
Artikelnummern und StammdatenERP oder PIM → ShopEindeutige IDs, Pflichtfelder, Umgang mit gelöschten Artikeln
Bilder und TextePIM, ERP oder ShopWelches System darf welche Inhalte überschreiben?
Verfügbare BeständeWarenwirtschaft → ShopReservierungen, Sicherheitsbestand, Aktualisierungsintervall
Kunden- und StaffelpreiseERP → ShopKundenzuordnung, Mengenstaffeln, Preisgültigkeit
BestellungenShop → ERPÜbertragungszeitpunkt, Zahlungsstatus, Dublettenvermeidung
Versandstatus und TrackingERP oder Versandsoftware → ShopTeillieferungen und mehrere Pakete
Retouren und ErstattungenJe nach ProzessZuständigkeit, Status und finanzielle Abwicklung

Wir würden außerdem prüfen, ob eingesetzte Module eigene Daten speichern, die der Standardzugang nicht bereitstellt. Ein B2B-Modul oder eine individuelle Erweiterung kann für den Betrieb entscheidende Informationen enthalten. „Produkte, Kunden und Bestellungen übertragen“ ist deshalb noch keine vollständige Beschreibung einer Anbindung.

Reicht CSV oder brauchen Sie eine API?

Ein CSV-Import kann für einen einmaligen Datenbestand oder seltene Änderungen sinnvoll sein. Eine API-Anbindung eignet sich für wiederkehrenden, geregelten Austausch. Beide Wege können kombiniert werden: etwa ein vorbereiteter Erstimport und anschließend laufende Aktualisierungen. Die Entscheidung hängt von Datenmenge, Änderungshäufigkeit und den verfügbaren Zugängen ab.

Bei neuen Shops übernehmen unsere Kunden die Produktanlage grundsätzlich selbst, sofern kein Import oder eine ERP-Anbindung vereinbart wurde. Bei Migrationen gehört dagegen die geplante Übernahme vorhandener Produktdaten zum zu prüfenden Umfang. Diese Unterscheidung sollte auch im Angebot klar sein.

Standard-Connector oder individuelle Entwicklung?

Wir prüfen zuerst, ob eine vorhandene Lösung die benötigten Prozesse zuverlässig abdeckt. Ein gut passendes Modul kann wirtschaftlicher sein als eine Neuentwicklung. Anpassungen werden interessant, wenn Datenfelder fehlen, spezielle Preisregeln gelten oder die Standardabläufe nicht zum Geschäft passen.

Bei Autolackpartner haben wir ein bestehendes VISMA-ERP-Importmodul neu konzipiert und den automatisierten Produktbildimport ergänzt. Bei BILDHAU wurde im Zuge einer PrestaShop-Migration auch die LogiFlex-Schnittstelle angepasst und integriert. Beide Beispiele zeigen: Für uns gehört die Anbindung zur konkreten Arbeitsweise des Händlers und nicht nur zu einer Liste technischer Funktionen. Unsere dokumentierten PrestaShop-Projekte.

Was zeigen vorhandene Anbindungen in der Praxis?

Bei Odoo und PrestaShop können fertige Connectoren den Ausgangspunkt bilden. Der VentorTech-Connector nennt etwa Produkte, Bestände, Bestellungen und spezifische Preise. Bevor wir ihn ergänzen oder anpassen, prüfen wir, welche Anforderungen bereits abgedeckt sind und ob das Odoo-Betriebsmodell unterstützt wird. Eigene Erweiterungen müssen technisch und lizenzrechtlich möglich sowie später wartbar sein. VentorTech: Funktionsumfang und Voraussetzungen.

Auch weclapp, Billbee und orgaMAX dokumentieren Shop-Anbindungen. Ihre Datenflüsse sind jedoch nicht automatisch identisch. Bei HubSpot ist die Abgrenzung besonders deutlich: Der hier geprüfte PrestaShop-Data-Sync-Connector überträgt Kundendaten, keine Bestellungen. Eine CRM-Verbindung und eine ERP-Anbindung können sich deshalb ergänzen, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. HubSpot: Umfang des PrestaShop-Connectors.

Welche Lösung zu welchem Bedarf passt, erläutern wir im Beitrag ERP und Warenwirtschaft für Onlineshops. Für die Umsetzung halten wir anschließend verbindlich fest, welche Daten in welche Richtung fließen, wo Anpassungen nötig sind und wer den Betrieb betreut.

Was kostet eine API-Schnittstelle?

Ohne definierten Umfang wäre eine pauschale Zahl wenig belastbar. Relevant sind vor allem die Zahl und Art der Datenflüsse, die Qualität der Ausgangsdaten, Sonderregeln, vorhandene Connectoren und die Anforderungen an Überwachung und Tests. Auch mögliche API- oder Connector-Gebühren des Anbieters gehören in die Kalkulation.

  • Einrichtung: Zugänge, Datenzuordnung und Konfiguration einer vorhandenen Lösung.
  • Anpassung: zusätzliche Felder, Preisregeln, Statuszuordnungen oder eigene Modulressourcen.
  • Datenübernahme: Bereinigung und Erstimport vorhandener Informationen.
  • Absicherung: Tests, Fehlerprotokolle, Wiederholungsmechanismen und dokumentierte Zuständigkeiten.
  • Betrieb: Überwachung sowie Anpassungen bei Änderungen der angeschlossenen Systeme.

Wir würden Angebote deshalb nach denselben Abläufen vergleichen lassen: Was ist enthalten? Wer behebt eine fehlgeschlagene Übertragung? Welche Änderungen sind später separat zu beauftragen? So entsteht ein aussagekräftigerer Vergleich als über den reinen Preis eines Moduls.

Bedeutet eine API automatisch Echtzeit?

Nein. Eine API beschreibt zunächst einen Zugang. Wie schnell eine Änderung im anderen System erscheint, hängt unter anderem von Abfrageintervallen, Ereignismeldungen, Verarbeitung und Anbietergrenzen ab. Für verfügbare Bestände kann eine kurze Verzögerung wichtig sein; bei längeren Produktbeschreibungen gelten oft andere Anforderungen. Die benötigte Aktualität sollte je Datenart vereinbart und getestet werden.

Ein großer Katalog braucht darüber hinaus eine eigene Betrachtung von Erstimport und laufenden Änderungen. 500.000 vorhandene Artikel und 500.000 täglich geänderte Artikel sind unterschiedliche Aufgaben. Prüfen Sie Sammeloperationen, Abrufgrenzen, Bildverarbeitung und die Dauer eines Wiederanlaufs nach einer Unterbrechung.

Welche Tests gehören vor den produktiven Einsatz?

Wir empfehlen Tests entlang tatsächlicher Geschäftsvorgänge: neuer Artikel, geänderter Preis, letzter verfügbarer Artikel, Bestellung, Teillieferung und Rückgabe. Ergänzen Sie gezielte Fehlerfälle: eine vorübergehend nicht erreichbare Anwendung, fehlende Pflichtdaten und eine wiederholte Übertragung derselben Bestellung. Erwartetes Ergebnis: Fehler werden erkennbar, Daten bleiben nachvollziehbar und Aufträge werden nicht doppelt angelegt.

Auch Berechtigungen gehören dazu. Die Verbindung sollte nur die für ihre Aufgabe erforderlichen Daten lesen oder verändern dürfen. Nach Shop- oder Modulupdates müssen betroffene Abläufe erneut geprüft werden. Die dokumentierten Ressourcen und Erweiterungsmöglichkeiten der PrestaShop-Webservice-API bilden hierfür einen technischen Ausgangspunkt, ersetzen aber keine Prüfung der konkreten Integration. PrestaShop: Webservice-API.

Häufige Fragen

Ist eine API dasselbe wie ein fertiges Plugin?

Nein. Die API stellt einen technischen Zugang bereit. Ein Plugin oder Connector kann diesen Zugang für eine bestimmte Aufgabe nutzen und um Zuordnungen, Bedienung und Fehlerbehandlung ergänzen.

Werden eigene Moduldaten automatisch übertragen?

Das sollte nicht vorausgesetzt werden. Prüfen Sie, wo die Daten gespeichert sind und ob der Connector oder die API sie zugänglich macht. Bei Bedarf muss die Anbindung erweitert werden.

Muss für eine ERP-Anbindung der Shop neu aufgebaut werden?

Nicht grundsätzlich. Wenn das Shopsystem und seine Erweiterungen geeignete Zugänge bieten, lässt sich häufig die Anbindung ergänzen oder verbessern. Entscheidend sind der technische Zustand und die Anforderungen an den Austausch.

Autorenschaft & fachliche Prüfung

Geschrieben von

Jochen Schmid
Geschäftsführer

Erstberatung · Presta · SEO · GEO · Ads · Klaviyo · Live Shopping · CRO · Migration

Fachlich geprüft von

Attila Tóth
Projektleiter / Entwicklung

Presta · Shopware · CMS · Support