Weiterleitungen beim Shop-Relaunch: Alte URLs richtig zuordnen
Wie aus alten Produkt- und Kategorieadressen ein prüfbarer Weiterleitungsplan wird – mit klaren Regeln für Varianten, Sprachen und entfallene Angebote.
Direkte Antwort
Ordnen Sie vor dem Relaunch jede relevante alte URL einer passenden neuen Zielseite zu. Erhaltene Adressen brauchen keine Weiterleitung. Geänderte Adressen werden dauerhaft und möglichst direkt auf den inhaltlichen Nachfolger geführt. Gibt es keinen passenden Ersatz, ist eine pauschale Umleitung zur Startseite keine gute Lösung. Prüfen Sie Zuordnung und Zielseite gemeinsam.
In diesem Artikel
Ein Kunde öffnet einen gespeicherten Produktlink und landet nach dem Relaunch auf der Startseite. Technisch wurde weitergeleitet. Seine Frage, ob genau dieser Artikel noch erhältlich ist, bleibt offen. Ein guter Weiterleitungsplan verbindet deshalb Adressen mit einer fachlichen Entscheidung: Was ist der passende Nachfolger?
Welche alten URLs gehören in den Plan?
Beginnen Sie mit den Adressen aus dem bisherigen Shop und ergänzen Sie bekannte Einstiegsseiten aus Suchanalyse, Besucherstatistik und bestehenden Verlinkungen. Eine einzige Sitemap muss nicht den ganzen historischen Bestand enthalten. Auch ältere Kampagnenlinks oder nicht mehr intern verlinkte Ratgeber können für Kunden relevant sein.
Unsere Arbeitsvorlage enthält alte URL, Seitentyp, vorgesehene neue URL, Begründung, Priorität und Prüfstatus. Bei der Priorität zählen Bestellungen und hilfreiche Einstiege ebenso wie Suchzugriffe. Die Liste sollte früh entstehen: Wird die neue Kategorienstruktur erst kurz vor Veröffentlichung mit alten Adressen verglichen, fehlen oft noch geeignete Zielseiten.
Wie wählen Sie einen passenden Nachfolger?
Ein unverändertes Produkt sollte auf seine neue Produktseite führen. Bei zusammengelegten Kategorien kommt es darauf an, ob die neue Auswahl die bisherige Nachfrage tatsächlich abdeckt. Eine breitere Kategorie kann sinnvoll sein; sie ist aber kein automatischer Ersatz für jedes ausgelaufene Einzelprodukt.
Als Beispiel: Ein alter Link führt zu einem bestimmten Ersatzteil mit einer definierten Anschlussgröße. Eine Umleitung auf „Zubehör“ lässt den Käufer erneut suchen. Gibt es einen kompatiblen Nachfolger, sollte dessen Seite den Zusammenhang erklären. Gibt es ihn nicht, braucht die alte Adresse eine bewusste Behandlung statt eines vermeintlichen Universalziels.
Welche Regeln helfen bei der Zuordnung?
Für die redaktionelle Freigabe nutzen wir sechs Fragen:
- Produkt: Stimmen Artikelidentität und tatsächliche Lieferalternative überein?
- Kategorie: Deckt die Zielseite den bisherigen Auswahlbedarf ab?
- Sprache: Bleibt der Besucher in der passenden Sprachfassung?
- Variante: Ist die gesuchte Ausführung am Ziel nachvollziehbar?
- Adresse: Führt der Weg direkt zum endgültigen Ziel?
- Verantwortung: Wer entscheidet über Fälle ohne eindeutigen Nachfolger?
Automatische Regeln können Vorschläge liefern. Bei ähnlichen Produktnamen oder neu sortierten Sortimenten gehört eine fachliche Stichprobe dazu. Ein falsch zugeordnetes, aber erreichbares Ziel fällt in einem reinen Statuscode-Test nicht auf.
Was gilt für dauerhafte Weiterleitungen und entfallene Seiten?
Google empfiehlt bei dauerhaften Umzügen permanente serverseitige Weiterleitungen und warnt vor massenhaften Umleitungen auf unpassende Ziele. Für ersatzlos entfernte Inhalte nennt Google einen passenden Fehlerstatus statt einer Umleitung auf die Startseite. Details stehen in der Dokumentation zu Website-Umzügen.
Für die Abnahme bedeutet das: Nicht nur „Weiterleitung vorhanden“ abhaken. Öffnen Sie das Ergebnis. Ist der passende Artikel sichtbar? Funktioniert die Auswahl? Ist die Seite öffentlich erreichbar? Prüfen Sie wichtige alte Adressen auch dann, wenn der neue Shop intern bereits korrekt verlinkt ist.
Wie setzen wir das bei PrestaShop um?
Bei PrestaShop können wir die Zuordnung passend zur Shopstruktur und zum Hosting umsetzen. Ob Regeln auf Serverebene, im Shop oder über eine geeignete Erweiterung gepflegt werden, entscheiden wir anhand von Umfang und Verantwortlichkeit. PrestaShop ist dafür eine gute individuell betreubare Grundlage; eine automatische, vollständige Übernahme aller historischen Adressen versprechen wir nicht.
Wir würden zunächst wichtige Produktgruppen gemeinsam abnehmen und danach den restlichen Bestand nach denselben Regeln bearbeiten. Ausnahmen bleiben dokumentiert. So muss das Team bei späteren Sortimentsänderungen nicht erneut herausfinden, weshalb eine Adresse auf eine bestimmte Seite führt.
Wann ist der Plan fertig?
Wenn die wichtigen Zuordnungen fachlich freigegeben und technisch geprüft sind, nicht schon beim Export der Tabelle. Neue Seiten, Navigation und Weiterleitungen gehören zur gleichen Abnahme. Die übergreifende Vorbereitung beschreibt unsere SEO-Checkliste zum Shop-Relaunch. Für Auffälligkeiten nach der Umschaltung gibt es den Leitfaden zur Verlustdiagnose.
Bei sjmedia verbinden wir diese URL-Arbeit mit Shop-SEO und der technischen Umsetzung. Sinnvoll ist ein Auftrag mit benannten Seitengruppen, Prüffällen und Zuständigkeiten. „Alle URLs umleiten“ allein beschreibt noch kein verlässliches Ergebnis.
Quellen & weiterführende Informationen
- Google: Site moves · abgerufen am