Shopware-Migration: Wann lohnt sich Shopware 6, wann PrestaShop?
Shopware 6 oder PrestaShop? Anforderungen, Datenübernahme und Gesamtkosten als Grundlage für die Systementscheidung vergleichen.
Direkte Antwort
Die passende Lösung hängt von den benötigten Funktionen, bestehenden Anbindungen und den Gesamtkosten ab. Shopware 6 sollte geprüft werden, wenn sich die gewünschten Abläufe dort wirtschaftlich abbilden lassen. PrestaShop gehört in den Vergleich, wenn ein Händler seine technische Basis, Erweiterungen und laufenden Kosten grundsätzlich neu bewerten möchte. Eine pauschal günstigere oder bessere Lösung gibt es nicht.
In diesem Artikel
- Ist der Wechsel von Shopware 5 auf Shopware 6 ein normales Update?
- Welche Kriterien sollten Händler vergleichen?
- Wie viel kostet eine Shopware-Migration?
- Wann lohnt sich der Vergleich mit PrestaShop besonders?
- Muss ein funktionierender Shop deshalb das System wechseln?
- Aus unserer Praxis: Warum ein B2B-Händler bei PrestaShop geblieben ist
- Quellen
Ist der Wechsel von Shopware 5 auf Shopware 6 ein normales Update?
Nein. Shopware beschreibt den Wechsel als Migration. Das vorgesehene Verfahren unterstützt unter anderem die Übernahme von Produkten, Kunden und Bestellungen. Andere Bestandteile benötigen zusätzliche Arbeit: Bisherige Templates lassen sich nicht weiterverwenden, Einkaufswelten werden nicht automatisch übertragen und Versandkosten müssen neu eingerichtet werden. Quelle: Shopware – Umfang der Migration.
Deshalb sollte ein Händler auch beim Verbleib in derselben Systemfamilie prüfen, welche Funktionen und Inhalte übernommen, ersetzt oder neu aufgebaut werden müssen.
Welche Kriterien sollten Händler vergleichen?
Für einen belastbaren Systemvergleich empfehlen wir eine gemeinsame Anforderungsliste:
| Kriterium | Entscheidende Frage |
|---|---|
| Verkauf an Privat- und Geschäftskunden | Wie werden Kundengruppen, Preise, Rabatte und benötigte Bestellabläufe umgesetzt? |
| ERP und Warenwirtschaft | Welche Daten müssen in welcher Richtung und Häufigkeit übertragen werden? |
| Module und Plugins | Welche Funktionen und gespeicherten Zusatzdaten müssen erhalten bleiben? |
| Sortiment | Wie werden Produkte, Varianten, Filter und Suchfunktionen abgebildet? |
| Betrieb | Welche Kosten entstehen für Tarife, Erweiterungen, Hosting und technische Wartung? |
| Weiterentwicklung | Wie lassen sich geplante Änderungen umsetzen und betreuen? |
Ein sinnvoller Vergleich bewertet die vollständige Lösung. Ein günstiger Grundtarif hilft wenig, wenn wesentliche Funktionen zusätzliche Entwicklung oder mehrere Erweiterungen erfordern.
Wie viel kostet eine Shopware-Migration?
Der Migrationspreis ergibt sich aus dem vereinbarten Leistungsumfang. Dazu gehören gegebenenfalls Datenaufbereitung, Shopgestaltung, Ersatz bisheriger Plugins, Schnittstellen, Weiterleitungen und Tests.
Die Artikelanzahl allein reicht für eine Kalkulation nicht aus. Ein umfangreicher Standardkatalog kann weniger Anpassungen erfordern als ein kleinerer Shop mit individuellen Preisregeln, Konfiguratoren und besonderen Bestellprozessen.
Für vergleichbare Angebote sollten einmalige Projektkosten und laufende Betriebskosten getrennt ausgewiesen werden. Ebenso wichtig ist eine klare Angabe, welche Daten und Funktionen im Preis enthalten sind.
Wann lohnt sich der Vergleich mit PrestaShop besonders?
Wir empfehlen den Vergleich, wenn ohnehin ein größerer Neuaufbau ansteht oder der bestehende Shop nur durch zahlreiche Anpassungen weitergeführt werden könnte. Dann lässt sich prüfen, ob PrestaShop dieselben Anforderungen mit einer passenderen technischen Lösung und einem wirtschaftlichen Gesamtbudget erfüllt.
Muss ein funktionierender Shop deshalb das System wechseln?
Nein. Wenn das bestehende System die Anforderungen zuverlässig erfüllt und wirtschaftlich weiterentwickelt werden kann, ist ein Wechsel nicht automatisch sinnvoll. Ein Relaunch sollte ein konkretes Problem lösen oder ein nachvollziehbares Ziel unterstützen.
Aus unserer Praxis: Warum ein B2B-Händler bei PrestaShop geblieben ist
Unser Schwerpunkt bei sjmedia liegt auf PrestaShop. Bevor wir einen Systemwechsel empfehlen, möchten wir deshalb genau verstehen, was im bestehenden Betrieb nicht funktioniert: Fehlen Funktionen, ist der Shop langsam oder fehlt dem Team Sicherheit bei der Bedienung? Unzufriedenheit verlangt eine Veränderung, aber nicht zwingend ein anderes Shopsystem.
Ein B2B-Händler wollte beispielsweise von PrestaShop zu Shopify wechseln. Sein bestehender Shop war langsam, und im Unternehmen bestanden Unsicherheiten bei der Produktpflege. Ein neuer Mitarbeiter kannte Shopify aus seinem vorherigen Betrieb. Damit erschien der Wechsel zunächst als naheliegende Lösung.
Nach der gemeinsamen Prüfung empfahlen wir, den bestehenden PrestaShop-Shop weiterzuentwickeln. Wir aktualisierten die Shopsoftware und wechselten von Shared Hosting auf einen Managed Server. Nach unserer anschließenden Beurteilung waren die zuvor beanstandeten Performanceprobleme behoben. Ein Wechsel zu Shopify war dafür nicht erforderlich.
Update und Hostingwechsel wurden zusammen umgesetzt. Welchen Anteil die einzelnen Maßnahmen an der Verbesserung hatten, lässt sich daraus nicht getrennt ableiten. Der Fall zeigt aber, warum wir Software, Hosting und die tägliche Arbeit mit dem Shop gemeinsam betrachten. Er ist kein allgemeiner Nachweis, dass ein bestimmtes System schneller ist.
Quellen & weiterführende Informationen
- Shopware: Umfang der Migration · abgerufen am