Zu PrestaShop migrieren: Welche Daten und Modulinhalte lassen sich übernehmen?
Produkte, Kunden, Bestellungen und Moduldaten zu PrestaShop übertragen: Übernahmeumfang, Grenzen und Tests verständlich planen.
Direkte Antwort
Produkte, Kategorien, Kunden und Bestellungen gehören zu den üblichen Prüfbereichen einer Shopmigration. Hinzu kommen Bilder, URLs, Preisregeln sowie Daten aus Modulen und individuellen Erweiterungen. Welche Informationen tatsächlich übertragen werden können, hängt vom Ausgangssystem, den Datenstrukturen und dem gewählten Migrationsverfahren ab.
In diesem Artikel
Diese Prüfung ist bei WooCommerce, Magento, Shopware, Gambio, OXID, VirtueMart, xt:Commerce, osCommerce und Shopify erforderlich. Die Nennung eines unterstützten Shopsystems allein bestätigt noch keine vollständige Übernahme aller Erweiterungsdaten.
Welche Daten gehören in die Migrationsplanung?
| Bereich | Was geprüft werden sollte |
|---|---|
| Produkte und Varianten | Artikelnummern, Texte, Merkmale, Kombinationen, Preise und Bestände |
| Kategorien | Struktur, Produktzuordnung, Inhalte und bisherige URLs |
| Bilder und Dokumente | Dateien, Erreichbarkeit und Zuordnung |
| Kunden | Adressen, Kundengruppen, Zusatzfelder und Anmeldeverfahren |
| Bestellungen | Positionen, Beträge, Status und Verknüpfungen zu Kunden |
| Gutscheine und Preisregeln | Restwerte, Gültigkeit und Abbildung im Zielsystem |
| Module und Plugins | Eigene Tabellen, zusätzliche Felder, Einstellungen und geschäftsrelevante Inhalte |
| Schnittstellen | Datenflüsse zu ERP, Warenwirtschaft, Versand und Buchhaltung |
Die Tabelle beschreibt den notwendigen Prüfbereich. Sie ist keine Zusage, dass ein einzelnes Migrationstool sämtliche Positionen automatisch überträgt.
Was passiert mit Daten aus Modulen und Plugins?
Modulfunktionen und Moduldaten müssen getrennt betrachtet werden. Ein Plugin aus dem bisherigen Shopsystem lässt sich möglicherweise nicht in PrestaShop einsetzen. Seine benötigten Daten sollen dennoch erhalten bleiben und müssen einer passenden Funktion im Zielshop zugeordnet werden.
Das betrifft beispielsweise gespeicherte Produktkonfigurationen, Bonuspunkte, zusätzliche Kundenangaben oder individuelle Preisregeln. Neben den Daten selbst müssen ihre Verbindungen zu Produkten, Kunden und Bestellungen stimmen.
Wir empfehlen deshalb, für jede geschäftskritische Erweiterung festzuhalten: Welche Daten liegen vor, welche davon werden weiterhin benötigt, wohin werden sie übertragen und wie wird die Funktion anschließend geprüft?
Worauf wir bei sjmedia zusätzlich achten
Wir entwickeln eigene PrestaShop-Module und erweitern bestehende Lösungen. Deshalb endet unsere Bestandsaufnahme nicht bei Produkten, Kunden und Bestellungen. Wir sammeln zunächst die vorhandenen Funktionen und Module in einer Liste und prüfen, welche Informationen daraus im neuen Shop benötigt werden.
Zu den leicht übersehenen Datenbereichen zählen beispielsweise Historien in einem DATEV-Modul oder gespeicherte Statistikdaten. Solche Informationen gehören nicht unbedingt zu den üblichen Stammdaten. Für die Planung muss deshalb geklärt werden, ob sie im Zielshop verfügbar sein sollen, übertragen werden können oder anderweitig zugänglich bleiben müssen.
Nicht jede Erweiterung braucht eine individuelle Neuentwicklung. Es gibt vorhandene Module, die nach Installation und Konfiguration die Anforderungen bereits erfüllen. Eine Anpassung empfehlen wir dort, wo die konkrete Funktion oder der benötigte Datenfluss damit nicht ausreichend abgedeckt ist.
Reicht ein CSV-Export für den vollständigen Shopumzug?
Nicht grundsätzlich. CSV kann für einzelne Datenbereiche geeignet sein. WooCommerce bietet beispielsweise einen eingebauten Produktimport und -export. Das ist jedoch kein vollständiger Export aller Kunden-, Bestell- und Erweiterungsdaten. Quelle: WooCommerce – Produktimport und -export.
Auch der Zielshop muss vorbereitet werden. PrestaShop empfiehlt, benötigte Grundeinstellungen einzurichten und die Daten in einer geeigneten Reihenfolge zu importieren. Quelle: PrestaShop – Migration vorbereiten.
Bleiben Kundenpasswörter erhalten?
Das hängt vom Ausgangssystem und dem Übertragungsverfahren ab. Ein exportierbarer Kundendatensatz bedeutet nicht automatisch, dass auch das bisherige Passwort weiterverwendet werden kann. Shopify weist beispielsweise darauf hin, dass Kundenpasswörter nicht über die Kunden-CSV migriert werden können. Quelle: Shopify – Kunden importieren und exportieren.
Ein gegebenenfalls notwendiger Ablauf zur Kontoaktivierung oder Passwortvergabe gehört deshalb in die Planung.
Wie wird geprüft, ob die Migration funktioniert hat?
Die Anzahl importierter Datensätze ist nur ein erster Anhaltspunkt. Wir empfehlen zusätzlich Stichproben für Preise, Varianten, Kundengruppen und historische Bestellungen sowie vollständige Testbestellungen einschließlich Zahlung, Versand und angebundener Systeme.
Quellen & weiterführende Informationen
- WooCommerce: Produktimport und -export · abgerufen am
- PrestaShop: Migration vorbereiten · abgerufen am
- Shopify: Kunden importieren und exportieren · abgerufen am